Fehlerhafte Widerrufsbelehrungen sorgen immer wieder dafür, dass Darlehensnehmer auch Jahre nach Vertragsschluss noch wirksam widerrufen können!

Laut Verbraucherzentrale Hamburg waren im Februar 2015 etwa 89,5 % der ihr vorgelegten Widerrufsbelehrungen von Immobiliendarlehensverträgen fehlerhaft. Bei der Hälfte, der von der Verbraucherzentrale Hamburg begutachteten Fälle attestierte sie den Betroffenen gute Chancen auch jetzt noch von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen und damit vom Vertrag zurücktreten zu können. Den vollständigen Artikel der Verbraucherzentrale Hamburg können Sie hier finden.

Interessant ist dieser Umstand für betroffene Darlehensnehmer deshalb, weil es ihnen die Möglichkeit gibt, Geld zu sparen. Dies kann dann der Fall sein, wenn etwa die Zinsen wie aktuell günstiger sind oder der Vertrag ohne Vorfälligkeitsentschädigung abgelöst werden soll. Ein Widerruf ist oft auch noch Jahre nach Vertragsschluss möglich. Die zeitliche Grenze dabei bildet lediglich der Tatbestand der Verwirkung. Der Bundesgerichtshof geht allerdings nicht davon aus, dass ein Widerrufsrecht in einem laufenden Darlehensvertrag verwirken kann (vgl.BGH vom 07.05.2014 Az.: IV ZR 76/11 und unsere Ausführungen hier).

Der Widerruf bietet gegenüber einer herkömmlichen vorzeitigen Kündigung oder Umschuldung erhebliche wirtschaftliche Vorteile.

Der Vorteil eines Widerrufs für den Darlehensnehmer ist, dass er ohne Vorfälligkeitsentschädigung aus dem Vertrag herauskommt und seine bisherigen Zahlungen zu 100 % mit dem Darlehen verrechnet werden. Die Bank kann bei einer Rückabwicklung aufgrund eines Widerrufsrechts lediglich einen marktüblichen Zinssatz verlangen (gilt für Darlehen, die vor dem 13.06.2014 geschlossen wurden) und zugleich werden auch die bis dato geleisteten Zinszahlungen des Kunden mit eben jenem Zinssatz verzinst.

Der Kunde muss also nur die Differenz zurückzahlen und je nach Laufzeit des Darlehens und dem vertraglichen Zinssatz kann dies eine deutliche Verminderung der Darlehenssumme bedeuten. Addiert man hierzu noch einen niedrigeren Zinssatz für das ggf. notwendige Folgedarlehen, wird es sich in aller Regel wirtschaftlich lohnen, den Vertrag zu widerrufen. Dabei kommt es natürlich immer auf die konkrete Situation des Darlehensnehmers an, eine pauschale Aussage ist also nicht möglich.

Die Stiftung Warentest hat eine anschauliche Excel Tabelle veröffentlich anhand jeder selbst die Rückabwicklung seines Darlehensvertrages nach einem Widerrufs durchrechenn kann (hier).

Aufgrund einer Änderung des BGB und EGBGB ist das Widerrufsrecht für Verbraucherdarlehensverträge, die vor dem 11.06.2010 geschlossen wurden, zum 21.06.2016 rückwirkend erloschen. Hier besteht nur noch die Möglichkeit Ansprüche durchzusetzen, wenn der Widerruf rechtzeitig erklärt wurde.

Wir prüfen aber gerne für Sie, ob Ihnen aufgrund einer fehlerhaften oder falschen Widerrufsbelehrung noch ein Widerrufsrecht zusteht.

Wir sind gern bereit, Sie zu vertreten und zunächst zu prüfen, ob die Widerrufsbelehrung Ihres Darlehens- oder Kreditvertrags richtig ist oder ob Ihnen auch heute noch ein Widerrufsrecht zusteht und setzen Ihr Widerrufsrecht gegenüber der Bank durch, sollten Sie ihre Widerrufsbelehrung durch eine Verbraucherzentrale oder einen anderen Anwalt bereits geprüft haben. Gerne übernehmen wir auch eine Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung.

Eine Bewertung Ihrer Widerrufsbelehrung erhalten Sie innerhalb weniger Tage. Wir berechnen für eine Erstprüfung einer Widerrufsbelehrung pauschal 150 €. Selbstverständlich wird dieser Betrag für den Fall, dass wir Sie beraten oder vertreten sollen, auf die ggf. entstehenden außergerichtlichen Kosten angerechnet.

Betreut werden Sie dabei bei uns von den Fachanwälten:


RA Klaus Hünlein
Rechtsanwalt Klaus Hünlein
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
Fachanwalt für Verwaltungsrecht
RA Bertelsmeier
Rechtsanwalt Rolf Bertelsmeier
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
RA Dirk Dametz
Rechtsanwalt Dirk Dametz
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
(Freier Mitarbeiter)

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