DSL-Bank Widerrufsbelehrungen von Darlehensverträgen und Kreditverträgen

Wir haben zwi­schen­zeit­lich vie­le Dar­le­hens­ver­trä­ge samt Wider­rufs­be­leh­run­gen der DSL-Bank zur Prü­fung vor­ge­legt bekom­men. Bei der DSL-Bank han­delt es sich um eine unselbst­stän­di­ge Mar­ke der Deut­schen Post­bank AG. Die unter dem Namen DSL-Bank Kre­dit- und Dar­le­hens­ver­trä­ge ver­treibt.

Ähn­lich wie die Ver­brau­cher­zen­tra­le Ham­burg in ihrer sta­tis­ti­schen Aus­wer­tung (hier) konn­ten auch wir fest­stel­len, dass sich vie­le Wider­rufs­be­leh­run­gen von Dar­le­hens­ver­trä­gen der DSL-Bank in dem Zeit­raum vom 01.11.2002 und dem 11.06.2010 nicht voll­stän­dig an das damals gel­ten­de Mus­ter der Wider­rufs­be­leh­rung gehal­ten haben.

Pro­ble­ma­tisch ist dies ins­be­son­de­re bei den Wider­rufs­be­leh­run­gen der DSL-Bank, die den vom Bun­des­ge­richts­hof als falsch ange­se­he­nen Pas­sus „Die Frist beginnt frü­hes­tens….“ (BGH vom 28.06.2011, Az. XI ZR 349/10) ent­hal­ten. Hier ist regel­mä­ßig nur dann eine aus­rei­chen­de Wider­rufs­be­leh­rung erfolgt, wenn sich die ver­wen­de­te Wider­rufs­be­leh­rung des Dar­le­hens­ver­tra­ges exakt an das jeweils gül­ti­ge Mus­ter hält. Dann kann sich die Bank auf die soge­nann­te Gesetz­lich­keits­fik­ti­on beru­fen. Dies bedeu­te­te, dass gesetz­lich ver­mu­tet wird, dass der Dar­le­hens­neh­mer über sein Wider­rufs­recht belehrt wur­de.

Die uns vor­ge­leg­ten Wider­rufs­be­leh­run­gen der DSL-Bank wichen jedoch häu­fig vom Mus­ter­text ab und konn­ten die­se Gesetz­lich­keits­fik­ti­on nach unse­rer Auf­fas­sung nicht für sich in Anspruch neh­men. Dabei sind uns eini­ge Abwei­chun­gen beson­ders oft in den Wider­rufs­be­leh­run­gen der DSL-Bank auf­ge­fal­len.

  • Die Beleh­run­gen wur­den teil­wei­se nicht mit „Wider­rufs­be­leh­rung“, son­dern mit „Wider­rufs­recht“ über­schrie­ben.
  • Es fehl­ten teil­wei­se sämt­li­che unter Über­schrif­ten in der Wider­rufs­be­leh­rung.
  • Es wur­de bis­wei­len von der „Wil­lens­er­klä­rung“ gespro­chen anstatt der „Ver­trags­er­klä­rung“.
  • Teil­wei­se fan­den sich abwei­chen­de For­mu­lie­run­gen zur Form des Wider­rufs. Die­ser kann in Text­form erfol­gen, jedoch wur­de von der DSL-Bank auch anders for­mu­lier z.B. dass der Wider­ruf schrift­lich oder in les­ba­rer Form auf einem ande­ren bestän­di­gen Daten­trä­ger erfol­gen kann. Dies ist unse­rer Ansicht nach irre­füh­rend, weil die Text­form aus­reicht und die­ser Pas­sus der DSL-Bank nahe­legt, dass der Wider­ruf doch in Schrift­form erfol­gen muss.
  • Es ist in eini­gen Wider­rufs­be­leh­run­gen der DSL-Bank unter der Adres­se der Bank plötz­lich vom „Wider­spruch“ die Rede und nicht mehr vom „Wider­ruf“.
  • In eini­gen Wider­rufs­be­leh­run­gen wur­den die Wider­rufs­fol­gen nicht voll­stän­dig ange­ge­ben. Es fehl­ten teil­wei­se wich­ti­ge Sät­ze wie etwa „Ver­pflich­tun­gen zur Erstat­tung von Zah­lun­gen müs­sen Sie inner­halb von 30 Tagen nach Absen­dung Ihrer Wider­rufs­er­klä­rung erfül­len.“ oder „Dies kann dazu füh­ren, dass Sie die ver­trag­li­chen Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen für den Zeit­raum bis zum Wider­ruf gleich­wohl erfül­len müs­sen.“.

Aller­dings ist es nicht so, dass jeder die­ser und ande­rer Abwei­chun­gen in unse­ren Prü­fun­gen auto­ma­tisch zur Unwirk­sam­keit der Wider­rufs­be­leh­rung führ­te. Es kommt immer auf den kon­kre­ten Sach­ver­halt an, wel­che Wider­rufs­be­leh­rung mit wel­cher For­mu­lie­rung von der DSL-Bank ver­wen­det wur­de und ob es sich um ein Fern­ab­satz­ge­schäft oder den Direkt­ver­trieb etwa über einen Ver­mitt­ler han­del­te.

In vie­len Fäl­len waren wir jedoch bei den uns vor­ge­leg­ten Wider­rufs­be­leh­run­gen der DSL-Bank zwi­schen Novem­ber 2002 und Juni 2010 der Auf­fas­sung, dass die­se nicht dem Deut­lich­keits­ge­bot des § 355 BGB ent­spre­chen und unse­ren Man­dan­ten noch ein Wider­rufs­recht zustand. Dies bestä­tigt, die oben ver­link­ten Fest­stel­lun­gen der Ver­brau­cher­zen­tra­le Ham­burg.

Dar­le­hens­neh­mer der DSL-Bank, die eine Wider­rufs­be­leh­rung haben, die sie für nicht aus­rei­chend hal­ten oder deren Wider­ruf abge­lehnt wur­de, soll­ten daher nicht zögern sich recht­li­chen Bei­stand zu suchen oder ihr Wider­rufs­be­leh­rung durch eine Ver­brau­cher­zen­tra­le prü­fen zu las­sen.

Zwi­schen­zeit­lich haben wir eine Rei­he von Ver­fah­ren gegen die DSL-Bank bzw. Post­bank erfolg­reich abschlie­ßen kön­nen. So hat u.a. das LG Bonn mit Urteil vom 02.11.2015 Az. 17 O 48/15 unse­re Rechts­auf­fas­sung hin­sicht­lich der Feh­ler­haf­tig­keit der dor­ti­gen Wider­rufs­be­leh­rung der Post­bank AG bzw. DSL-Bank voll bestä­tigt (so auch LG Bonn Urteil vom 19.05.2016 Az. 17 O 399/15).

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