Archiv für den Monat: August 2018

Widerrufsbelehrung der Degussa Bank ist falsch BGH XI ZR 139/16

Der BGH hat mit Urteil vom 24.07.2018 — XI ZR 139/16 eine Wider­rufs­be­leh­rung der Degus­sa Bank als falsch ein­ge­stuft.

Die Wider­rufs­be­leh­rung der Degus­sa Bank aus dem Jah­re 2008 ent­hielt u.a. den Pas­sus zu einer “Zwei-Wochen-Frist für die Rück­zah­lung”. Die­se Aus­füh­run­gen hat der BGH als falsch ein­ge­stuft.

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BGH räumt auf 03.07.2018 — XI ZR 520/16

Der BGH hat in sei­nem Urteil vom 03.07.2018 — XI ZR 520/16 mit diver­se Argu­men­ta­tio­nen eini­ger Ban­ken auf­ge­räumt, die teil­wei­se auch von Gerich­ten über­nom­men wur­den.

  • Es ist kei­ne Vor­la­ge hin­sicht­lich der Aus­le­gung der Richt­li­nie 2002/65/EG im Kon­text des Wider­rufs durch den EuGH not­wen­dig.
  • Aus­füh­run­gen im Dar­le­hens­ver­trag wie etwa „Aus­zah­lung erst nach Ablauf der Wider­rufs­frist“, sind für die Ein­schät­zung des Wider­rufs­rechts irrele­vant.
  • Die unvoll­stän­di­ge Über­nah­me des Wort­lau­tes des § 312d Abs. 6 BGB a.F. ist feh­ler­haft.
  • Der Zusatz der Über­schrift “Ver­pflich­tung zur Zah­lung von Zin­sen und Ent­gel­ten bei Ver­trags­aus­füh­rung vor Ablauf der Wider­rufs­frist” ver­un­deut­licht eine bis dahin kla­re Beleh­rung über die Wider­rufs­fol­gen.
  • Im vor­lie­gen­den Fall, kei­ne Ver­wir­kung trotz Zah­lung einer Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung.
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Ab Widerruf nur noch 2,5 Prozentpunkte über Basiszinssatz

Das OLG Düs­sel­dorf hat in einem viel­be­ach­te­ten Urteil vom 30.04.2018 I-9 U 89/17 fest­ge­stellt, dass der Dar­le­hens­neh­mer eines wider­ru­fe­nen Immo­bi­li­en­dar­le­hens ab dem Wider­ruf der Bank ledig­lich noch 2,5 Pro­zent­punk­te über Basis­zins­satz schul­det.

Das Urteil ist noch nicht bei vie­len Kam­mern und Sena­ten der ande­ren Gerich­te ange­kom­men und nach wie vor teil­wei­se unbe­kannt.

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Sparkasse Hanau erneut nach Widerruf verurteilt

Das LG Hanau hat mit Urteil vom 08.08.2018 Az. 4 O 874/17 die Spar­kas­se Hanau ein­mal mehr in einem von hün­lein rechts­an­wäl­ten ver­tre­ten Wider­rufs­ver­fah­ren ver­ur­teilt.

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Keine automatische Verwirkung des Widerrufs bei Rückzahlung

Der BGH hat mit Urteil vom 03.07.2018 Az. XI ZR 702/16 ein­mal mehr ein Urteil des 19. Senats des OLG Frank­furts auf­ge­ho­ben und zurück­ver­wie­sen. Der 19. Senat des OLG Frank­furts hat­te in sei­nem Urteil vom 16.11.2016 Az. 19 U 23/16 rechts­feh­ler­haft die Ver­wir­kung des Wider­rufs der Dar­le­hens­neh­mer ange­nom­men.

Der Dar­le­hens­ver­trag wur­de 2008 geschlos­sen, 2013 von den Dar­le­hens­neh­mern gekün­digt und unter Zah­lung einer Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung zurück­ge­führt. Der Wider­ruf erfolg­te hin­ge­gen erst 2015.
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