Entwicklung des Widerrufsrechts

Die Wider­rufs­be­leh­rung unter­zog sich im Lau­fe der Zeit einer Rei­he von Ände­run­gen und Wan­de­lun­gen. Neben dem Wider­rufs­recht für Ver­brau­cher­dar­le­hen nach § 495 BGB gibt es noch ande­re Wider­rufs­rech­te für Ver­trä­ge. Mit am Bedeu­tends­ten in die­sem Zusam­men­hang ist das Wider­rufs­recht für Fern­ab­satz­ver­trä­ge. Für das Vor­lie­gen eines Wider­rufs­rechts und des­sen Umfang ist es wich­tig, auf den jeweils rich­ti­gen Zeit­punkt abzu­stel­len. Eine Über­sicht über den Wan­del der gesetz­li­chen Grund­la­gen fin­den Sie im nach­fol­gen­den Abschnitt.

Wider­rufs­recht für Dar­le­hens­ver­trä­ge bis zum 31.12.2001

Der Gesetz­ge­ber war in jün­ge­ren Jah­ren immer mehr bestrebt, die Ver­brau­cher zu schüt­zen. Die­se Ent­wick­lung begann in den 80er Jah­ren. Um ein Gleich­ge­wicht zwi­schen Unter­neh­men und Ver­brau­cher her­zu­stel­len, wur­de daher über die Zeit ein Wider­rufs­recht für bestimm­te Ver­trä­ge und bestimm­te Abschluss­ar­ten ein­ge­räumt. Damit sol­len Ver­brau­cher vor unge­woll­ten Ver­trags­schlüs­sen geschützt wer­den. Es soll dem Ver­brau­cher die Mög­lich­keit gege­ben wer­den, noch ein­mal in Ruhe über sei­ne Ent­schei­dung nach­zu­den­ken und ggf. repres­si­ons­frei davon Abstand neh­men zu kön­nen. Dahin­ter steckt der grund­le­gen­de Gedan­ke des Ver­brau­cher­schut­zes. Die­ser kommt wie so oft aus den Vor­ga­ben der Euro­päi­schen Uni­on. Bereits mit der Richt­li­nie 85/577/EWG zum Ver­brau­cher­schutz im Fal­le von außer­halb von Geschäfts­räu­men geschlos­se­nen Ver­trä­gen beschloss der Euro­päi­sche Rat, Ver­brau­cher, die im Rah­men einer Haus­tür­si­tua­ti­on Ver­trä­ge abschlie­ßen, mit einem Wider­rufs­recht zu schüt­zen. Dabei ließ er den ein­zel­nen Mit­glieds­staa­ten aller­dings noch eini­ges an Spiel­raum.

Der deut­sche Geset­ze­ber erließ dar­auf­hin das Haus­tür­wi­der­rufs­ge­setz (HWiG) wel­ches vom 1. Mai 1986 bis zum 31.12.2001 galt. Die­ses war auch auf Dar­le­hens­ver­trä­ge anwend­bar und zwar immer dann, wenn die­se außer­halb der Geschäfts­räu­me der Bank abge­schlos­sen wur­den. Somit bot die­ses Gesetz die ers­te Mög­lich­keit eines wirk­sa­men Wider­ru­fes von Dar­le­hens­ver­trä­gen. Auf­grund der offen­sicht­li­chen Beschrän­kun­gen auf Haus­tür­si­tua­tio­nen war es für die Mas­se der Dar­le­hens­ver­trä­ge aller­dings wenig prak­ti­ka­bel. Den­noch wur­de es oft her­an­ge­zo­gen, um sich von Dar­le­hens­ver­trä­gen zu lösen. Dies liegt dar­an, dass anders als bei dem spä­ter erlas­se­nen Ver­brau­cher­kre­dit­ge­setz das Wider­rufs­recht bei einer fal­schen Beleh­rung nicht ver­fris­ten konn­te. Der Wider­ruf war bis einen Monat nach bei­der­sei­ti­ger Erfül­lung des Ver­tra­ges mög­lich. Ins­be­son­de­re bei dar­le­hens­fi­nan­zier­ten Antei­len an geschlos­se­nen Fonds kamen die­se Vor­schrif­ten oft zum Ein­satz.

Es folg­te das Ver­brau­cher­kre­dit­ge­setz (auf­grund der euro­päi­schen Richt­li­nie 87/102/EWG), wel­ches vom 1. Janu­ar 1991 bis eben­falls zum 31.12.2001 galt und jedem Ver­brau­cher ein Wider­rufs­recht bei Dar­le­hens­ver­trä­gen ein­räum­te. Wobei zu beach­ten ist, dass bei­de Geset­ze kumu­la­tiv gal­ten und anwend­bar waren. Aller­dings gab es im Ver­brau­cher­kre­dit­ge­setz, wel­ches mehr­fa­chen Ände­run­gen unter­wor­fen war u.a. wegen der Recht­spre­chung zu den soge­nann­ten “Schrott­im­mo­bi­li­en” Fäl­len, ins­be­son­de­re für Dar­le­hen, die über eine Immo­bi­lie abge­si­chert waren, gro­ße Ein­schrän­kun­gen. Das Wider­rufs­recht war gemäß § 7 Verb­KG a.F. auf den Zeit­raum von einem Jahr nach Ver­trags­schluss beschränkt, egal ob feh­ler­haft belehrt wur­de oder nicht. Daher bot es gegen­über dem Haus­tür­wi­der­rufs­ge­setz eine enor­me fak­ti­sche Ein­schrän­kung.

Wider­rufs­be­leh­rung für Dar­le­hens­ver­trä­ge von 01.01.2002 bis 10.06.2010

Mit dem 01.01.2002 trat die gro­ße Schuld­rechts­re­form in Kraft. Dabei wur­den wich­ti­ge Geset­ze, wie unter ande­rem das Ver­brau­cher­kre­dit­ge­setz und das Haus­tür­wi­der­rufs­ge­setz in das Bür­ger­li­che Gesetz­buch inte­griert. Gleich­zei­tig wur­de das Ver­brau­cher­wi­der­rufs­recht ein­heit­lich gere­gelt und befin­det sich bis heu­te in den §§ 312 ff. BGB und § 355 ff. BGB. Für Dar­le­hens­neh­mer die Ver­brau­cher sind, bestimmt dabei der § 495 Abs. 1 BGB, dass die­sen ein Wider­rufs­recht nach § 355 BGB zusteht. Dabei unter­zog sich sowohl der § 355 BGB als auch der § 495 BGB bis heu­te immer wie­der Ände­run­gen, die das Wider­rufs­recht für Ver­brau­cher­dar­le­hen modi­fi­ziert haben, dem Grun­de nach hat es aber bis heu­te Bestand. Das soge­nann­te ewi­ge Wider­rufs­recht des § 355 BGB gibt es aller­dings erst ab August 2002 und es wur­de mitt­ler­wei­le wie­der aus dem Gesetz ent­fernt (13. Juli 2014). Tat­säch­lich mit einer Beleh­rung über das Wider­rufs­recht infor­mie­ren, muss­ten die Ban­ken zudem erst ab Novem­ber 2002. Erst ab dem 01.11.2002 konn­ten sie falsch beleh­ren und damit die Wider­rufs­frist nicht in Gang set­zen (§ 355 Abs. 3 S. 3 BGB a.F.).

Der Gesetz­ge­ber woll­te aber zugleich auch das Leben der Unter­neh­mer ein­fa­cher machen und bot die­sen einen Mus­ter­text für ihre Wider­rufs­be­leh­rung an. Denn seit der Ein­füh­rung des Wider­rufs­rechts wird über Art und Aus­ge­stal­tung der Wider­rufs­be­leh­rung gegen­über dem Ver­brau­cher gestrit­ten und dies ist Gegen­stand zahl­lo­ser Urtei­le und Ver­öf­fent­li­chun­gen. Der Gesetz­ge­ber erließ daher für ver­schie­de­ne Berei­che u.a. Rei­se­recht, Ver­brau­cher­dar­le­hens­recht Ermäch­ti­gungs­ge­set­ze im EGBGB (Ein­füh­rungs­ge­setz zum Bür­ger­li­chen Gesetz­bu­che), die es den jewei­li­gen Minis­tern erlaub­te Ver­ord­nun­gen zu erlas­sen (i.d.R. Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um + Beneh­men der Fach­mi­nis­te­ri­en). Für Ver­brau­cher­dar­le­hen wur­de sodann in der BGB-Infor­ma­ti­ons­pflich­ten-Ver­ord­nung im Anhang 2 das Mus­ter der Wider­rufs­be­leh­rung ver­fasst und ver­öf­fent­licht. Die opti­sche und inhalt­li­che Aus­ge­stal­tung des Wider­rufstex­tes wur­de dabei vom § 14 Abs. 1 und 2 BGB-Info­VO vor­ge­ben. Die­se Rege­lun­gen hat­ten bis zum 10.06.2010 Bestand.

Der Mus­ter­text wur­de bis zum Aus­lau­fen der Rege­lung aller­dings mehr­fach geän­dert, weil ver­schie­de­ne Pas­sa­gen und Fas­sun­gen immer wie­der von Gerich­ten als feh­ler­haft und irre­füh­rend für den Ver­brau­cher aus­ge­legt wur­den und damit die jewei­li­gen Wider­rufs­be­leh­run­gen als nicht erfolgt gal­ten. Dies führ­te not­wen­di­ger­wei­se für die Ver­wen­der die­ses Mus­ter­tex­tes zu erheb­li­chen Pro­ble­men. So hat der BGH mehr­fach ent­schie­den, dass die Wider­rufs­be­leh­run­gen die die For­mu­lie­run­gen der BGB-Info­VO ver­wen­den, dem Grun­de nach irre­füh­rend und feh­ler­haft sind. Dar­le­hens­neh­mer die Ver­trä­ge aus die­ser Zeit haben, haben mit die größ­ten Chan­cen, dass eine feh­ler­haf­te Wider­rufs­be­leh­rung ver­wen­det wur­de. Mehr Infor­ma­tio­nen zu Feh­lern in der Wider­rufs­be­leh­rung fin­den Sie auf der Sei­te „Typi­sche Feh­ler­quel­len von Wider­rufs­be­leh­run­gen

Das Wider­rufs­recht für die­se Ver­trä­ge erlischt end­gül­tig nach Art 229 § 38 Abs. 3 EGBGB zum 21.06.2016. Danach ist für die­se Ver­trä­ge kein Wider­ruf mehr mög­lich.

Wider­rufs­be­leh­rung für Dar­le­hens­ver­trä­ge vom 11.06.2010 bis zum 12.06.2014

Im Jah­re 2010 nahm der Gesetz­ge­ber erneut wesent­li­che Ände­run­gen an den gesetz­li­chen Grund­la­gen des Ver­brau­cher­wi­der­rufs­rechts für Dar­le­hens­ver­trä­ge vor. Dem Gesetz­ge­ber wur­de das lau­fen­de Anpas­sen und Ändern des Wider­rufstex­tes in der BGB-Info­VO irgend­wann zu bunt. Das Pro­blem mit der Ver­ord­nung war näm­lich das, dass sich Gerich­te zwar an for­ma­le Geset­ze hal­ten müs­sen, nicht aber an ein­fa­che Ver­ord­nun­gen. Wenn sie der Ansicht sind, die­se ver­sto­ßen gegen gel­ten­des Recht, kön­nen sie sie für unwirk­sam erklä­ren.

Daher haben zahl­rei­che Instanz­ge­rich­te die Mus­ter­wi­der­rufs­be­leh­run­gen für unwirk­sam erklärt, weil sich § 14 Abs. 1 und 2 BGB-Info­VO nicht mit der Ver­ord­nungs­er­mäch­ti­gung aus Art. 245 EGBGB ver­ein­ba­ren lässt, da die Mus­ter­be­leh­run­gen den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen des BGB nicht genüg­ten.

Die Lösung des Gesetz­ge­bers war dar­auf­hin die bis­her in der BGB-Info­VO befind­li­chen Rege­lun­gen in das EGBGB zu inte­grie­ren. Fort­an fin­den sich die Infor­ma­tio­nen über Art und Aus­ge­stal­tung der Wider­rufs­be­leh­run­gen für Ver­brau­cher­dar­le­hen im Arti­kel 247 § 6 EGBGB. Der Mus­ter­text hin­ge­gen in der Anla­ge 6 zum Arti­kel 247 EGBGB. Das EGBGB hat for­ma­len Geset­zes­rang und kann von Instanz­ge­rich­ten nicht für unwirk­sam erklärt wer­den. Ein­zig das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ist in der Lage, for­ma­le Geset­ze für unwirk­sam zu erklä­ren. Ein Instanz­ge­richt müss­te dem­nach ein Nor­men­kon­troll­ver­fah­ren ein­lei­ten und die­se Fra­ge dem BVerfG vor­le­gen, soll­te es Zwei­fel an den Aus­füh­run­gen im Art. 247 § 6 oder der Anla­ge 6 des EGBGB haben. Im Ergeb­nis heißt dies: Ver­wen­det ein Unter­neh­men die­sen Mus­ter­text, muss ein Gericht davon aus­ge­hen, dass kor­rekt über das Wider­rufs­recht infor­miert wur­de. Damit erlang­ten Unter­neh­men eine deut­lich bes­se­re Posi­ti­on, hin­sicht­lich ihrer ver­wen­de­ten Wider­rufs­be­leh­run­gen. Dies bedeu­te nicht, dass nicht auch wei­ter­hin feh­ler­haf­te Wider­rufs­be­leh­run­gen ver­wen­det wur­den, aller­dings ist die Mess­lat­te für Feh­ler deut­lich ange­ho­ben wor­den.

Wider­rufs­be­leh­rung für Dar­le­hens­ver­trä­ge vom 13.06.2014 bis 20.03.2016

Im Zuge der Har­mo­ni­sie­rung des Ver­brau­cher­wi­der­rufs­rechts in der Euro­päi­schen Uni­on wur­de erneut die gesetz­li­che Grund­la­ge des Wider­rufs­rechts für Ver­brau­cher­dar­le­hen geän­dert. Inhalt­lich hat sich zumin­dest für Ver­brau­cher­dar­le­hen zunächst wenig geän­dert. Der Mus­ter­text ist eine Num­mer nach hin­ten gerutscht und fin­det sich nun­mehr in der Anla­ge 7 zum Art. 247 EGBGB. Gleich­zei­tig wur­de der Absatz 4 des § 355 BGB gestri­chen. Die­ser garan­tier­te zuvor Ver­brau­chern, die falsch über ihr Wider­rufs­recht auf­ge­klärt wur­den, ein unbe­grenz­tes Wider­rufs­recht. Zudem ist jetzt per Gesetz vor­ge­se­hen, dass Ver­brau­cher die ein Dar­le­hen wider­ru­fen, den ver­ein­bar­ten Soll­zins­satz zah­len müs­sen.

Wider­rufs­be­leh­run­gen für Dar­le­hens­ver­trä­ge ab dem 21.03.2016

Der Gesetz­ge­ber hat mit Wir­kung zum 21.03.2016 eine Höchst­gren­ze für das Wider­rufs­recht bei neu­en Immo­bi­li­en­dar­le­hens­ver­trä­gen im § 356b BGB ein­ge­führt. Das Wider­rufs­recht erlischt unbe­acht­lich aller Feh­ler ein Jahr und 14 Tage nach Ver­trags­schluss bzw. Über­ga­be eines Darlehensvertrages/Darleheantrages für den Dar­le­hens­neh­mer (Hier zählt der jeweils spä­te­re Zeit­punkt). Hin­sicht­lich der Wider­rufs­be­leh­rung selbst und der Pflicht­in­for­ma­tio­nen wur­den die Anfor­de­run­gen noch ein­mal erhöht bzw. der Umfang ange­passt. Das Wider­rufs­recht wird ab hier jedoch für Dar­le­hens­neh­mer von Immo­bi­li­en­dar­le­hen erheb­lich an Bedeu­tung ver­lie­ren.

Der Gesetz­ge­ber hat dabei ein ver­meint­li­ches Schlupf­loch offen gelas­sen. In der Geset­zes­be­grün­dung heißt es wie folgt:

Das Unter­las­sen der vor­ge­schrie­be­nen Pflicht­an­ga­ben zum Wider­rufs­recht im Ver­trag stellt eine Pflicht­ver­let­zung im Sin­ne von § 280 Absatz 1 BGB dar und begrün­det grund­sätz­lich einen Scha­dens­er­satz­an­spruch des Dar­le­hens­neh­mers gegen den Dar­le­hens­ge­ber gemäß den §§ 280 Absatz 1, 241 Absatz 2 BGB. Ist die­se Pflicht­ver­let­zung kau­sal für den nicht erfolg­ten Wider­ruf des Dar­le­hens kann der Dar­le­hens­neh­mer in beson­ders gela­ger­ten Ein­zel­fäl­len ver­lan­gen, so gestellt zu wer­den, als hät­te er das Dar­le­hen inner­halb der Wider­rufs­frist wirk­sam wider­ru­fen, § 249 BGB.

Feh­len jetzt in neu­en Immo­bi­li­en­dar­le­hens­ver­trä­gen Pflicht­in­for­ma­tio­nen, hat das nicht mehr wie bis­her die Wider­rufs­mög­lich­keit zur Fol­ge, aber die Mög­lich­keit ggf. Scha­dens­er­satz zu ver­lan­gen. Die hier genann­ten Rechts­fol­gen ent­spre­chen in etwa der bis­he­ri­gen Rück­ab­wick­lung von Dar­le­hens­ver­trä­gen nach dem BGH. Der Knack­punkt ist frei­lich, dass der Man­gel in den Pflicht­in­for­ma­tio­nen kau­sal für den nicht erfolg­ten Wider­ruf sein muss. Dies dürf­te nur schwer zu bewei­sen sein, aus­ser es lie­gen kla­re Feh­ler in den Wider­rufs­in­for­ma­tio­nen des Ver­tra­ges vor. Die­se Kau­sa­li­täts­prü­fung gibt es beim Wider­rufs­recht gera­de nicht. Es bleibt abzu­war­ten, was die Recht­spre­chung dar­aus machen wird.

Die­se Frist von 12 Mona­ten und 2 Wochen gilt nur Immo­bi­li­en­dar­le­hens­ver­trä­ge. All­ge­mei­ne-Ver­brau­cher­dar­le­hens­ver­trä­ge sind auch wei­ter­hin ohne Höchst­frist zu wider­ru­fen, wenn ent­spre­chen­de Feh­ler vor­lie­gen.

Die­se Diver­genz erfolgt auf­grund der euro­pa­recht­li­chen Vor­ga­ben. Die­se regeln das allg. Dar­le­hens­recht unter dem Gesichts­punk­tes des “Ver­brau­cher­schut­zes”. Deutsch­land hat sich dafür ent­schie­den im Sin­ne des “Ver­brau­cher­schut­zes” eine Höchst­frist für die Wider­rufs­mög­lich­keit von Immo­bi­li­en­dar­le­hens­ver­trä­gen ein­zu­füh­ren.

Das Mus­ter der Wider­rufs­be­leh­run­gen fin­det sich ab jetzt zudem in den Anla­gen 7 & 8 zum Art 247 EGBGB. In der Anla­ge 7 fin­det sich das Mus­ter für allg. Dar­le­hens­ver­trä­ge, in der Anla­ge 8 das Mus­ter für Immo­bi­li­en­dar­le­hens­ver­trä­ge und in der Anla­ge 9 zum Art 246 EGBGB das Mus­ter für unent­gelt­li­che Dar­le­hens­ver­trä­ge.


Für Dar­le­hens­ver­trä­ge gilt dabei grund­sätz­lich das Recht des Zeit­punk­tes zu dem sie geschlos­sen wur­den. Dar­an sind laut BGH sowohl die Form und der Inhalt der Wider­rufs­be­leh­rung als auch die Rechts­fol­gen zu mes­sen. Es ist daher ent­schei­dend für die Beur­tei­lung einer Wider­rufs­be­leh­rung, wann sie ver­wen­det wur­de.

Bei­spiel:

Für einen Ver­brau­cher­dar­le­hens­ver­trag, der im Jahr 1999 geschlos­sen wur­de, gilt das damals gel­ten­de Wider­rufs­recht in Form des Ver­brau­cher­kre­dit­ge­set­zes. Ein Wider­ruf ist danach für den Ver­trag von 1999 bereits ver­fris­tet, weil es damals eine Aus­schluss­frist gab.

Für einen Ver­brau­cher­dar­le­hens­ver­trag, der im Jah­re 2007 geschlos­sen wur­de, ist die Geset­zes­la­ge aus dem Jah­re 2007 ein­schlä­gig. Ent­hält er eine feh­ler­haf­te Wider­rufs­be­leh­rung und wur­de der Ver­brau­cher nicht nach­be­lehrt, stün­de ihm auch heu­te noch ein Wider­rufs­recht zu. Die Wider­rufs­be­leh­rung ist an dem dama­li­gen Mus­ter der BGB-Info­VO zu mes­sen.

Ein Ver­brau­cher­dar­le­hens­ver­trag aus dem Jah­re 2011 wäre hin­sicht­lich der Wider­rufs­be­leh­rung hin­ge­gen an den Vor­ga­ben des Art 247 EGBGB und des­sen Anla­ge 6 zu prü­fen.


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