Ein mit einer Lebensversicherung gekoppelter Darlehensvertrag ist kein verbundenes Geschäft

Der Bun­des­ge­richts­hof ent­schied mit Urteil vom 05.05.2015 Az. XI ZR 406/13, dass ein Dar­le­hen wel­ches mit einer zur Til­gung gedach­ten Lebens­ver­si­che­rung gekop­pelt ist, kein ver­bun­de­nes Geschäft im Sin­ne des § 358 BGB a.F. darstellt. 

Der BGH hat­te dies anhand eines Fal­les zu ent­schei­den, bei dem der Dar­le­hens­ver­trag wider­ru­fen wur­de und die Dar­le­hens­neh­me­rin eben­so die Rück­ab­wick­lung der damit gekop­pel­ten Lebens­ver­si­che­rung begehr­te. Dabei schloss die Klä­ge­rin 2002 die gekop­pel­ten Ver­trä­ge und wider­rief bei­de im Jah­re 2011. Nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs besteht jedoch nur ein Anspruch auf die Rück­ab­wick­lung des Dar­le­hens­ver­tra­ges und nicht auch auf Rück­ab­wick­lung der Lebensversicherung.

Dies ist aus meh­re­ren Gesichts­punk­ten für Betrof­fe­ne, die ihren Dar­le­hens­ver­trag wider­ru­fen möch­ten, interessant .

1. Klärt es die Fra­ge, was mit der Lebens­ver­si­che­rung bei einem Wider­ruf des Dar­le­hens­ver­tra­ges passiert. 

2. Wirkt sich die Ent­schei­dung auf die Dar­stel­lung der Wider­rufs­be­leh­rung in den Dar­le­hens­ver­trä­gen aus. Feh­ler in der Wider­rufs­be­leh­rung des Dar­le­hens­ver­tra­ges unter dem Punkt „Finan­zier­te Geschäf­te“ wer­den von der Instan­zen­rechts­spre­chung bis­her in vie­len Fäl­len unbe­ach­tet gelas­sen, wenn kein ver­bun­de­nes Geschäft vor­liegt. Sodass es für Betrof­fe­ne, deren Wider­rufs­be­leh­rung ledig­lich Feh­ler unter dem Punkt „Finan­zier­te Geschäf­te“ auf­weist, wei­ter­hin schwie­rig blei­ben dürf­te Ihr Wider­rufs­recht noch durch­zu­set­zen. Dies hat sich auch nicht durch den Beschluss des Bun­des­ge­richts­hofs vom 10.02.2015 Az. II ZR 163/14 geän­dert. Eine Klä­rung der Fra­ge, ob Tei­le der Wider­rufs­be­leh­rung, die für den Ver­trag nicht von Rele­vanz sind, wie etwa die Aus­füh­run­gen zu den „Finan­zier­ten Geschäf­ten“, wenn kein ver­bun­de­nes Geschäft vor­liegt, den­noch zur Unwirk­sam­keit der Wider­rufs­be­leh­rung des Dar­le­hens füh­ren kön­nen, steht durch den Bun­des­ge­richts­hof noch aus. Eine ande­re Fra­ge ist es dabei, ob Abwei­chun­gen inner­halb des Pas­sus “Finan­zier­te Geschäf­te” in der Wider­rufs­be­leh­rung zum Ver­lust des Ver­trau­ens­schutz füh­ren oder nicht. Hier sind ver­schie­de­ne Ober­lan­des­ge­rich­te bis­her unter­schied­li­cher Ansicht. 

3. Hat der BGH erneut kei­ne Ver­wir­kung des Wider­rufs ange­nom­men, trotz­dem die­ser erst 9 Jah­re nach Ver­trags­schluss erfolg­te. Ein wei­te­rer Hin­weis des Bun­des­ge­richts­hofs an die Instanz­ge­rich­te, mit der Annah­me der Ver­wir­kung vor­sich­tig umzugehen. 

An die­ser Stel­le soll­te noch dar­auf hin­ge­wie­sen wer­den, dass die­se Ent­schei­dung vom Bun­des­ge­richts­hof vom 05.05.2015 Az. XI ZR 406/13 nur bedingt auf Dar­le­hens­ver­trä­ge nach dem 11.06.2010 über­tra­gen wer­den kann. Hier tra­ten neue gesetz­li­che Rege­lun­gen in Kraft u.a. der § 359a BGB a.F..
 
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