Das Landgericht Stuttgart verurteilt die LBBW nach erfolgreichem Widerruf der Darlehensnehmer

Das LG Stutt­gart gab mit Urteil vom 19.06.2015 Az. 14 O 478/14 einer von hün­lein Rechts­an­wäl­ten ver­tre­te­nen Kla­ge statt und stell­te fest, dass der Wider­ruf der streit­ge­gen­ständ­li­chen Dar­le­hens­ver­trä­ge bei der Lan­des­bank Baden-Würt­tem­berg recht­mä­ßig erfolg­te.

Es ging dabei um zwei Dar­le­hens­ver­trä­ge aus dem Jah­re 2009, die die Klä­ger im Jah­re 2014 wider­ru­fen hat­ten. Die Dar­le­hens­ver­trä­ge ent­hiel­ten dabei Wider­rufs­be­leh­run­gen die auf den Fern­ab­satz nach §§ 312 ff BGB a.F. aus­ge­legt waren.

In der Wider­ruf­be­leh­rung wur­de dabei zum Frist­be­ginn u.a. auf den Ver­trags­schluss abge­stellt, die­ser, wie sich aus dem Ver­trags­text ergab, erst mit Ein­gang des unter­schrie­be­nen Dar­le­hens­ver­tra­ges bei der Bank zustan­de kam. Im Ein­klang mit der gän­gi­gen Recht­spre­chung des BGHs zu die­sem The­ma (BGH 24.03.2009 Az. XI ZR 456/07) stell­te das Land­ge­richt fest, dass dies die Dar­le­hens­neh­mer nicht aus­rei­chend über das frist­aus­lö­sen­de Ereig­nis in Kennt­nis setzt. Die Dar­le­hens­neh­mer kön­nen nicht wis­sen, wann der Ver­trag bei der Bank ein­geht und daher auch den Tag des Frist­be­ginns nicht bestim­men.

Dar­über hin­aus fehl­ten im vor­lie­gen­den Fall nach Ansicht des Land­ge­richts noch wei­te­re Fern­ab­satz­in­for­ma­tio­nen und es fan­den zahl­rei­che Abwei­chun­gen vom Mus­ter­text der Wider­rufs­be­leh­rung statt, sodass sich die LBBW auch nicht auf den Ver­trau­ens­schutz des Mus­ters beru­fen konn­te.

Gleich­falls war das The­ma Ver­wir­kung und Rechts­miss­brauch kein gro­ßes The­ma. Das Gericht lehn­te bei­des mit zutref­fen­der Begrün­dung ab. Dies zum einen weil die Bank die feh­ler­haf­te Wider­rufs­si­tua­ti­on selbst her­bei­ge­führt hat­te und jeder­zeit hät­te nach­be­leh­ren kön­nen und zum ande­re weil die Bank nicht beson­ders schutz­wür­dig sei.

Das Land­ge­richt Stutt­gart stärkt mit die­ser Ent­schei­dung ein­mal mehr die Rech­te der betrof­fe­nen Dar­le­hens­neh­mer, die auch Jah­re nach Ver­trags­schluss noch ihren Dar­le­hens­ver­trag wider­ru­fen haben.

Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig. Es bleibt abzu­war­ten, ob die Bank Beru­fung ein­legt.

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