Postbank AGDSL Bank — nach Widerruf des Darlehensvertrages zur Rückabwicklung verurteilt

Das Land­ge­richt Bonn ver­ur­teil­te in einem von hün­lein rechts­an­wäl­ten geführ­ten Ver­fah­ren, die Post­bank AG nach dem erklär­ten Wider­ruf des Dar­le­hens­ver­tra­ges zur Rück­ab­wick­lung (LG Bonn 02.11.2015 Az. 17 O 48/15).

Der Dar­le­hens­ver­trag mit der Post­bank AG, die unter der Geschäfts­be­reichs­be­zeich­nung DSL Bank auf­ge­tre­ten ist, stamm­te dabei vom Dezem­ber 2005 und wur­de Ende 2014 wider­ru­fen. Die Wider­rufs­be­leh­rung des Ver­tra­ges war nach unse­rer Ansicht falsch und nicht aus­rei­chend, den Klä­ger kor­rekt über sein Wider­rufs­recht zu beleh­ren. Die­ser Ansicht schloss sich das LG Bonn in sei­nem Urteil an.

Die Wider­rufs­be­leh­rung der Post­bank AG bzw. DSL Bank ent­hielt u.a. den Pas­sus „frü­hes­tens“. Die­se For­mu­lie­rung ermög­licht es dem Ver­brau­cher nicht, den Frist­be­ginn ohne Wei­te­res zu erken­nen. Er ver­mag ledig­lich zu ent­neh­men, dass die Wider­rufs­frist „jetzt oder spä­ter“ begin­ne. Zwar fin­det sich die­ser Pas­sus auch in der Mus­ter­wi­der­rufs­be­leh­rung aus der dama­li­gen Zeit, aller­dings schützt dies die Ban­ken dann nicht, wenn sie inhalt­lich von die­sem Mus­ter abwei­chen. Vor­lie­gend konn­te sich die Post­bank nicht auf die­se soge­nann­te Gesetz­lich­keits­fik­ti­on beru­fen. Das LG Bonn stell­te fest, dass sich die Post­bank nicht voll­stän­dig an das dama­li­ge Mus­ter der Wider­rufs­be­leh­rung gehal­ten hat­te.

Die Post­bank AG bzw. DSL Bank wich unter ande­rem in fol­gen­den Punk­ten vom Mus­ter­text ab:

Die Wider­rufs­be­leh­rung ent­hielt den Zusatz „… oder in les­ba­rer Form auf einem ande­ren bestän­di­gen Daten­trä­ger“. Wei­ter­hin fehl­ten die Zwi­schen­über­schrif­ten wie „Wider­rufs­recht“ und „Wider­rufs­fol­gen“ und die Haupt­über­schrift „Wider­rufs­be­leh­rung“ wur­de durch „Wider­rufs­recht“ ersetzt. Zudem wur­den die Wider­rufs­fol­gen umfor­mu­liert und ent­spra­chen inhalt­lich nicht ganz dem Mus­ter, weil ins­be­son­de­re nicht expli­zit genug dar­auf hin­ge­wie­sen wur­de, dass auch die Bank Pflich­ten im Fall des Wider­rufs trifft.

Eine Ver­wir­kung und Rechts­miss­brauch lehn­te das LG Bonn zutref­fend ab.

Es bleibt abzu­war­ten, ob die Post­bank AG bzw. DSL Bank gegen die­ses Urteil des LG Bonn vom 02.11.2015 Az. 17 O 48/15 Beru­fung ein­ge­le­gen wird. Wir gehen jedoch der­zeit davon aus, dass das Ober­lan­des­ge­richt Köln das Urteil bestä­ti­gen wür­de. Die Abwei­chun­gen vom Mus­ter­text sind offen­sicht­lich vor­han­den und die BGH-Recht­spre­chung ist sehr ein­deu­tig hin­sicht­lich des Ver­lus­tes des Ver­trau­ens­schut­zes.

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